klick Logo_oh._Hintergrund_ Ihr Internetradio "my Spielberg on air" geht alle 14 Tage auf Sendung und stellt Ihnen interessante Bücher vor ...ab 03.11. 2011 um 11.00 Uhr abrufbar, der Roman von Bernhard Ganter "Der Tunnel", gelesen von Lena Larf                Musik: Before the Battle von. Matthias Westland - einfach mal reinhören ... 

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Neu:  „Der Tunnel in allen führenden e-Book-Portalen (z.B. Amazon, Thalia, Hugendubel, Bücher.de, Weltbid, Bertelsmann, Apple, Kobo etc.) erhältlich.               

Der Tunnel ISBN 978-3-940609-39-7    € 9.90

KLAPPENTEXT

Tag für Tag erklingen die Hammerschläge des Joseph Staudinger aus dem Eisenbahntunnel in den Berner Alpen. Besser als jedes Gerät erkennt der Tunnelwächter am Ton die Risse und Schäden an den Schienen. Seit Jugendjahren ungeliebt und gemieden von der Dorfgemeinschaft sammelt der Sonderling nicht nur den Unrat der Fahrgäste, sondern auch die Töne, die richtigen und die falschen, im Tunnel wie im Leben. Das Dasein des Einsiedlers Joseph Staudinger ändert sich jedoch plötzlich und wundersam als Aisha, die Zweitfrau eines reichen tunesischen Touristen, während einer Zugfahrt unter mysteriösen Umständen verschwindet ...

die Süddeutsche Zeitung/ Feuilleton schrieb: Eine großartige Lektüre, spannend wie ein Krimi und gleichzeitig ein feinfühliger Entwicklungsroman

Rezension zu "Der Tunnel"

von Lady_of_Mystery schrieb:

Ein sehr ungewöhnliches Buch mit einem noch ungewöhnlicherem Charakter... Es gibt Bücher, die fallen komplett aus dem eigentlichen Rahmen und sind einfach schwer oder gar nicht zu beschreiben - man muss dieses Buch selbst lesen. Und dieses Buch gehört dazu! Es ist, als würde alles vor dem inneren Auge ablaufen und es wirkt alles sehr echt. Die ganze Geschichte baut sich um Joseph auf und alles außer ihm scheint in den Hintergrund zu rücken. Die Geschichte ist größtenteils aus seiner Sicht geschrieben und zeigt die Gedanken und Gefühle eines einsamen Mannes ohne Hoffnungen und mit nur einem Wunsch: geliebt zu werden. Am Anfang wirkt der ältere Mann aus einen sehr bemitleidend, aber auch sympathisch. Schon zu Beginn öffnen sich Fragen und Lücken, die immer größer werden und erst auf den letzten Seiten geschlossen werden und so einen besonderen und unglaublichen Roman ergeben. Man wird sicherlich Schwierigkeiten haben, das Buch zu bewerten bzw. irgendwo einzuordnen, was dem Ganzen aber das Besondere gibt...

     

PROLOG (Leseprobe)

  In den Bergen, hoch oben, von eisigen Winden, vom Schnee und gefrorenem Regenwasser zerfressenen, schroffen Felsen der Berner Alpen, soll Ruitli gelebt haben, ein Gnom, ein Erdgeist, oder doch nur ein Mensch? Ein Eremit war er, meinten andere, der in den von Bergkiefern und  Lärchenwäldern und seinen von Latschen bedeckten Steinhängen, mit abschüssigen Felsschluchten, an steil herab fallenden Bächen vorbei, einst sein karges Leben gefristet haben soll. Schon seit alters soll ihn niemand zu Gesicht bekommen haben, den bartlosen Mann, mit blinden Augen und tauben Ohren, wie man sich erzählte, der nur in kurzen Reimen seine Weltanschauung kundtat. Gar mancher der schwyzerdeutschen Highlander Eidgenossen glaubten daran, dass Ruitli wirklich existiert hatte und als Geist weiter ihre Gebirgsluft atmete. Ein Mönch soll er gewesen sein, der Ruitli, der sich dem klerikalen Glauben der überwiegend protestantischen Bevölkerung rebellisch entgegensetzte. Ein Prediger, jenseits des christlichen Glaubens. Der Mensch sei vergänglich, lebenslänglich, war nur einer der Weisheiten die man ihm in den längst verwesten Mund legte, indem man den Spruch auf eine hölzerne, blank gehobelte Lärchentafel am Steig neben der Klamm anbrachte, wo zwei Waldarbeiter unter mysteriösen Umständen zu Tode kamen. Ruitli soll ihnen Einhalt geboten haben, den Wald abzuholzen. Viele Touristen haben seither den Berg in der Hoffnung erklommen, Ruitli nahe zu sein. Gespürt und gefühlt hätten sie ihn, den Ruitli, hatten sie berichtet. Wer den Berg erklimmt und von hoch oben auf  das Berner Voralpenland hinab sieht, in dessen Seele würde er schlüpfen und ihn nie mehr loslassen, erzählte man sich.                                                                               Auch Joseph Staudinger, der Tunnelwächter, glaubte an Ruitli, der ihm mehr bedeutete als Kirchenmänner, die ihm allesamt die Abkehr von seinen heidnischen Ansichten und Hirngespinsten nahe legten, weil er ein Sonderling sei, ein einfältiger Mensch, den es im Sinne der kirchentreuen Gescheitheit zu bekehren galt.