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 Bibliographie, Biographie unter: www.bernhard-ganter.de       

 

 

Zwielicht, ein lyrisches Tagebuch  Gedichte & Aphorismen, € 14.90

ISBN 978-3-940640-00-0

von Bernhard Ganter ~ 24 Illustrationen Henriette Ganter

 

 Direktbezug: Literatur DEPOt click Logo:

Förderung des Literaturschaffens und des kulturellen Austausches

zwischen Deutschen und Polen e.V. Berlin 

 

 

                          Buchbesprechungen 

 

 

KLAPPENTEXT

 

   Wer kennt sie nicht, die quälenden Gedanken, die zwischen

Wach und Schlafmomenten auftauchen, wer kennt sie nicht, die

Fesseln unwirklicher Zwielichtträume - Wachträume zwischen

den Gezeiten, die unser Herz umklammern, die uns nicht frei-

lassen und uns zu erdrücken drohen, die uns dem Leben

entrücken und wir hoffen, dass der Morgen es mit dem Erwachen 

beenden  wird.

Gefragt der vielen Fragen,

lesen, deuten, klagen.

Ich schrieb, träumte, sann,

weil stumm, durch Schrift,

ich reden kann.                                                          

___________________________________________________

 

Vom Fliegen

 

Über Abgründe hinwegfliegend …

Hurra, welch ein Spaß das Leben

und zwischen hohen Bergen

füllen sich die Täler bis zu Gipfeln

mit abgestürzten Leichen

Gesichtsnavi

Ob Frau, ob Mann, ob jung, ob alt,

ob reich ob arm, ob behindert oder nicht,

ein Gesicht ist das Navi ohne Satellit

das dich zu Menschen führt. 

und dies weltweit.                                           

Naturgesetz

Zwei Elemente gebären stets ein Drittes,

Kälte und Wasser erzeugen Eis

und Mann und Frau ein Kind …

Liebe und Hass,  bringt oft Zerstörung,

wie Macht und Geld die Menschlichkeit.

 

Kapital, Raffgier, erzeugen Weltenklima,  

es wird heiß, globaler Nutzen bringt Gewinn.

In Zukunft leben Menschen unter Palmen,

doch  keine Angst vor der Erwärmung …

denn die Seele friert.                                                                

 

Zwei Seelen

 

Ich trag zwei Seelen fest in mir,

den Kaspar lustig und das Tier,

die eine ist ein spaßiger Gesell,

die andere trägt ein zwielicht'g Fell.

 

So schreib' ich Schizophrenes,

mal Böses und mal Schönes,

schreib’ das Reale und Fatale,

in meinen Büchern auch Obszönes.

 

Ich mag die Welt, ich hasse sie,

                          Winter

ich liebe und zerstöre,

und die Mühle schleift am Stein,

zu dem auch ich gehöre.

 

Ich bin gescheit, auch dumm,

bin jung und alt zugleich,

Frau 2000

es plagt der Psyche Zwittertum,

im Geiste bin ich arm und reich.

 

Ich bin, und werde nicht mehr sein,

war manchmal groß, viel öfter klein,

bin wichtig wie auch nichtig,

                  Zwei Seelen

weiß nicht was falsch, was richtig.

 

Zwei Seelen toben in der Brust,

traurig und gleich voll von Lust,

recken, strecken, winden sich,

ja ... Kreatur, ein Mensch bin ich.

 

Glaube

 

ein einziger Baum

erzählt mir mehr,

als tausend Prediger.

Ein Baum schweigt,

ist dogmalos.

 

Götterglauben

 

Polen - Schüler bei Wallfahrt

im Bus verbrannt,

und in der Kirche monoton,

lamentieren in das Christusfon.

 

Mekka - Massenpanik, Sterben,

Gläubige zu Krüppeln getrampelt,

in der Mosche klingt monoton,

ein Jammern in das Allahfon.

 

Jerusalem - Bombe tötet Juden,

und in der Synagoge monoton,

wir ahnen's schon,

ein Zetern in das Jahwefon.

 

Das Menschenfon zu monoton,

kein Draht am Tele - vor dem Fon,

das sendet und empfängt,

im Himmel hat man aufgehängt.

 

      Es scheint, die Götter meinen

   es nicht sehr gut mit ihren Fans.

 

 

Zeit, ein Glas voll Sand

(am achten Tag erschuf Gott die Eieruhr)

 

Was morgen in der Zeitung steht,

erfährst du noch, die Zeit vergeht,

und übermorgen ist es alt.

 

Was geschieht in nächsten Jahren,

wart's ab, die Zeit wird’s offenbaren,

am Ende bleibt der Müll.

 

Wann endet Jugend - Alter beginnt,

die Antwort ist, die Zeit verrinnt,

es treibt dich zum Vergessen.

 

Dein Lebensplan, erfüllt er sich?

Hab acht, nicht du, die Zeit frisst dich,

irgendwann ist nichts mehr wichtig.

 

Alles Leben, alles Streben - Sand,

das letzte Korn rieselt durch die Hand,

das Ei ist hart, jetzt musst du gehen.

 

 

Weltschmerz

 

Gestern schlug ich, blinde Rage,                                                                          

alles kurz und klein,

Weltschmerz tobt tsunamigleich.

Heute dann - allein!

Hab' nicht bedacht, im Drang der Wut,

ein spätes Klagen,

das Liebste, ach ... hab ich erschlagen. 

 

Die kurze Zeit des Seins

für Henriette

 

Im Tod, da ängstige ich mich nicht,

ob Gott und Teufel mich bemüht,

ob Jenseitssphären bar des Lichts,

da bin ich ziemlich abgebrüht.

 

Die Angst, die mich in Klauen hält,

dass ich verliere,

dich in andere Welten,

dich nicht mehr fühl’ und spüre.

 

Das Leben das gelebt, ein Ende findet,

Hoffnung, Himmel und auch Paradies?

Da schert mich nicht der Glaube,

was mich schert, ist was uns trennt.

 

Ertragen könnt’ ich vieles,

doch eines trag ich sicher  nicht,

dass am Ende meines Daseins

deine Wärme nicht mehr ist.

 

Mein ganzes Leben war Umarmung,

du … mein Weltraum, mein Bestehen,

du bist mit allem was ich habe,

meine Angst vor dem Vergehen.

 

Wer stirbt zuerst, wer kommt zuletzt,

nehm's klagend hin, es ist Natur.

Doch eines sag’ ich dir schon jetzt,

du bist und warst mein Nur…

 

nur du warst da,

wann immer ich dich brauchte,

an Gott und Teufel glaub ich nicht,

an dich und deine Liebe glaub’ ich,

sonst glaub ich nichts.

 

Nichts (für Henriette)

 

wenn du, mein  Leben, stirbst, 

im Irgendwo ...

weder Eis, noch Feuer spürst,

nicht Gott, nicht Teufel, nur das Nichts.

Es ist die Liebe, die mich drängt -

so folge ich dir in Bälde.

Dann will auch ich in meinem Tod,

zu dir, ins Nichts.

 

Machtlos

 

Kreatur ist ohne Macht,

die Erde bebt, das Feuer speit,

die Flut nur ein Ertrinken.

Katastrophen beugen,

der Menschheit Klagen.

 

 

Morgen früh

 

Gleich morgen früh, da steh' ich auf,

und ändere den Weltenlauf.

Der Tag beginnt - ich weiß nicht recht,

was ich so will, was ich so möcht.

Doch morgen früh, da steh' ich auf,

und ändere den Weltenlauf.

 

Der Bildhauer

 

Das Bild des Lebens, Strebens,

die Welt wollt' er neu erschaffen,

in Stein gemeißelt, doch vergebens,

Verstehen ... in Granit begaffen.

 

Kalter Stein, Funken sprühen,

ein Hammer, spitzer Meißel,

Hass und Wut, der Liebe Glühen,

seiner Träume Geißel.

 

Geschundener Stein, trüglich’ Bild,

war groß und wurde klein und kleiner.

Arbeit am Fels, sein Lebensmonument,

am Ende sah die Miniatur dann keiner.

 

So schlägt er weiter in den Stein,

Granit ist hart, Kunst unvollendet,

das Leben hat sich nicht gewendet.

Was blieb, Gebrösel nur …

 

Der Künstler, kunstbenommen,

war im Leben angekommen ...

denn die Hähne dieser Welt, sie krähen,

Hühner gackern, in ihrem Schweigen.

 

 

Gott ist nirgendwo

 

Gotteslästerung,

der Menschen Glauben,

wenn sie rauben, seinen Namen,

aufzubürden - amen.

Mein Arbeitszimmer

Hoffnung

 

mein Alcatraz, die Schreiberzelle,

ein Warten - Paradies und Hölle,

und vier Ecken hat der Raum …

Trauer, Liebe, Zorn, Niemandsland,

befreiendes Erbrechen.

Schattenträume, ein Verstecken

meiner Lügen  Lebenswehen.

Sehe nur der Silhouetten Rücken

abgewendet, nicht zum Bleiben …

Schrift ist Liebe und Entzücken,

ein Borderliner, ist mein Schreiben.

 

Erde riecht

 

des Baches Wasser fließt,

eines Tages werde ich

das Fließen des Wassers

nicht mehr sehen.

 

der Flammen heiße Glut,

eines Tages werde ich

die Wärme des Feuers

nicht mehr spüren.

 

des Waldes Stille,

eines Tages werde ich

die Kraft der Bäume

nicht mehr atmen.

 

das Haus, erbaute Mauern,

Lebensträume, Glück,

eines Tages werden sie

verfallene Ruinen sein.

 

So riech ich Erde,

irgendwann werde ich sie

nicht mehr riechen,

        Erde riecht mich.

 

 

Traumzeit

Zeit ist Traum, und Zeit vergänglich,

nein – es gibt kein weltenlänglich.

Sehnsucht, Glück, Traumes fühlen,

begrenztes Hirn - zwischen Stühlen.

 

Goethe, Schiller, all die Großen,

die Sonne wird sie nicht liebkosen,
Geist und Geistlos wird verdorren,
Erde ist im Raum verschollen.

 

Lexika und all’ die Schriften,
hin zum ewigen Leben trifften,
nach Dauer sucht, mondän und schlicht,
nein, diese Götter gibt es nicht.                                                                                                                                     

Götterleben - Phantasien,                                                                                                                                           

Träume nur betrüglich’ Sinn,                                                                                                                                   

sie’s niemals gibt, und jemals gab,                                                                                                                                    

denn das All, ist All'er Grab.

                                                                                                                                                  

Welke Erde in die Sonne fällt,
Millionen Jahre Zeit, ein greller Blitz,
ein letztes bäumen,
so endet auch das  Träumen.                                                                                                                                             

Mit den Menschen, sterben auch die Götter.

 

Leim

 

Die einen suchen ihre Geister,

andere ihren Meister,

jedoch der Glaube ist nur Kleister,

kleben an dem Leben,

Fliegenfalle - für uns alle.

 

Berge

 

Berge versetzen, Leben hetzen,

Glück bezwingen, arrogant in Dingen.

Berge bleiben, Menschen treiben

Lügen vor sich her.

Berg ist Berg, bleibt ewig Berg,

Mensch' gib Ruh - ein Zwerg bist du.

 

 

... und dann

 

träumst du noch deinen Traum,

denkst deinen gedachten Gedanken,

von deinem lebenden Leben,

hin zu deinem endlichen Tod.

 

 

Zyklus

 

Ein Blatt fällt vom Baum

und ein Mensch der stirbt,

              Metamorphose

eine Blüte entflammt

und ein Mensch der erst wird

... ein Blatt fällt vom Baum,

Götterglauben 

und ein Mensch der stirbt.

Wo sind die Blätter, die Lieben,

von gestern geblieben?

                             

Zeitgeist

 

Dein Leben geschrieben,

mit einem Bleistift skizziert,

an dessen Ende

sich ein Radiergummi befindet.

 

Gefühl

 

Es ist das Weinen, warum ich lache,

es ist das Frieren, warum mir heiß,

das Träumen wenn ich wache,

und die Angst, sie frisst ganz leis'.

 

Kein Finale

 

Leidenschaft - vorbei,

Ignoranz, Gewohnheit,                                                                 

längst kein Held mehr,

kein Aufbäumen, kein Erbeben.

Vorbei die Zeit

der jungen Träume.

                                              Zu spät

Aufessen das Vergangene,

                        Dollareyes

einst so mächtig

und jetzt schal - wiederkäuend.

Opfer des eigenen Verrats,

degradiert zum Gehen.

 

Verstecken

 

Hinter schützenden Hecken                                                                                 

der albernen Banalitäten,

spiel ich Verstecken.

 

Herbst

                     Hand in Hand

 

Die Felder vor meinem Fenster,

gestern noch von hohem, grünen Mais bedeckt,

sind abgeerntet.

Ausgelaugte, schmutzig graubraune Erde

schlägt mir entgegen.

Abgeerntet, erkenn' ich mich.

 

Selbstbestimmung

                                                                                                                          

dem Tod ein Schnippchen

schlagen,

ihm zuvorkommen,

ein Suizidgedanke.

 

Papiertiger

 

ich werfe Papierflieger

vom Balkon der 13ten Etage,

weil ich selbst

nicht springen will.

 

Ich

                                                                                                                          

am Anfang war ich,

später kamen andere hinzu ...

am Ende bin ich.

Zu spät

Letztes Jahr im Herbst, am Baum

ein Apfel, schön wie ein Traum.

Heuer im Frühjahr, ein schrumpeliges Gebilde

                            Clown
                                       Der Schatten

zwischen Brennnesseln nahe dem Zaun,

mein vergessener Apfel.

Letztes Jahr im Herbst, ein Mensch ...

                                                                                                                         

Erziehung

 

Wiederholt habe ich meinem Sohn erklärt,

dass er mit Gewalt, im Leben nichts erreicht!

Dann gab ich ihm eine Ohrfeige, 

weil er einfach nicht hören wollte,

der dumme Bub!

 

Das organisierte Verbrechen in der Politik

 

Werft Politiker auf den Müll, recycelt sie zu Menschen,

sofern sie noch verwertbar sind,

Millionen an Pensionen sparen wir für Mensch und Land,

und mancher Mutter eine Schand’.

 

Feudalherrschaft, Parteien Qual der Wahl,

                    Augenblicke

vier Jahre Siemens, vier der Deutschen Bank,

vier Jahre Waffenschmiede, der Korruption sei Dank,

Termiten fressen Menschen auf.

 

Politiker sind opportun, ihr Charakter angeboren,

ihre Taten längst legalisiert, tabuisiert,

Meineid, Korruption  und das Vergessen,

zum Wohl des Volkes hatten sie geschworen.

 

Wenige sind’s die herrschen, die die Welt regieren,

gefördert meist das falsche Spiel.

So will man doch in Gassen führen,

Manipulation der Narren -  Königsziel.

 

Arenen brauchen wir, um vorzuführen,

Kanther, Kohl und Strauß-Familie, haben es gezeigt,                                         

dem Clan soll man Respekt gebühren,

die Mafia ist nah und weit verzweigt.

Schröder beugt das Grundgesetz.

 

Soldaten, befehlsgewohnte Marionetten,

totgeschossen – liegen nicht in warmen Betten,

                            Porträt

wie jene, die sie in den Tod gehetzt,

hin zum Sieg, dem netten!

                                                                                                                                                                                                                      

Werft Politiker als Sondermüll auf  Deponien,

sie sind das Gift im Weltenlauf,                                                                            

und wenn wir endlich wissen, was wir wollen,

frag ich: Was braucht es noch ...

wann steht ein Volk denn endlich auf!                                                     

 

Alterslüge

 

Ich möchte - um himmelswillen - nicht mehr jung sein,                                         

denn auch das Alter hat seine schönen Seiten,

höre ich ... Toll!

Zahnausfall, Herzschrittmacher, Sehschwächen,

Arthrose und der Dinge mehr.

Nicht zu vergessen, den Gedächtnisschwund:

die unbeschwerte Jugendzeit, das erste Verliebt sein.

Ich möchte nicht mehr jung sein heißt,

   Die Hand des Schreibers (Plastik)

ich habe meine Jugend auf den Müll geworfen.                                                    

Ich, ich würde gerne wieder ...

mit den jungen Tauben unbeschwert fliegen lernen.                                               

 

Kriegsverbrecher

 

Er hätte nur auf Befehl gehandelt,

verteidigte sich der Kriegsverbrecher.

Da gab man ihm den Befehl,

sich selbst zu richten ...

da wurde er zum ersten Mal

Befehlsverweigerer.

                                                                                                                                                                                                                                                                       Krieg                                                                                         

      Das verlorene Gesicht

 

Der Mensch bleibt

ein Leben lang ein Kind,

nur sein Spielzeug,

wird mit den Jahren

              Es ist nicht weit nach Gentopia

immer gefährlicher.

 

Lebensweisheiten

 

Vor einer Woche ist ihm das Haus abgebrannt.

Vor drei Tagen verlor er seine Arbeitsstelle.

Vorgestern ist ihm die Frau davongelaufen

und gestern hat man sein Kind totgefahren ...

Heute las er den Sinnspruch auf dem Kalenderblatt

"Jeder ist seines Glückes Schmied."

 

Rassismus

 

"Alle Menschen werden Brüder"

ist ein rassistischer Wunsch,

denn der Spruch sagt aus,

                            Horizont

dass Frauen keine Menschen sind.

 

Lieber Gott

 

Lieber Gott, du schufst die Erde und den Menschen.

Aber um himmelswillen,

wozu brauchst du die Unzahl von Gesteinsbrocken,

die sonst noch im Weltall herumfliegen?

 

Bäume

 

Manchmal spreche ich mit Bäumen,

denn ein einziger Baum

sagt mir mehr, als hundert Pfarrer.

 

National

 

Dalmatiner, Afghanen und Pekinesen raus!

Deutschland den deutschen Schäferhunden,

kläffte Hasso, vor dem Tierasyl.

                                                                                                                                                

Gartenzwerge

 

Ein Kritiker, der nicht weiterlesen wollte,

weil der Protagonist in meinem Roman

ein ekelhafter Spießer sei,

schloss den Buchdeckel

und ging hinaus in seine weite Welt

und begann im Garten

vor seinen nackten Gartenzwergen

zu onanieren!

                                                                                                                                                           

Des Volkes Maul

 

man sagt, wer dem Volk

aufs Maul schaut,

wäre ein guter Schriftsteller.

Doch jener Schriftsteller,

der dem Volk zu sehr

auf's Maul schaut,

braucht sich hinterher

nicht zu wundern,

wenn er dummes Zeug schreibt.

                                                                                                                                        

In  Liebe an meine Frau Henriette

 zum 35sten Hochzeitstag 2005

 

Weißt du, wie ich Dich liebe?

Du bist der Traum der Zeit, in meiner Welt ...

denn im Traum zählt nicht,

was ich zu tun, was mich erhält.

Mein Leben ist viel mehr.

Empfindung, das bist Du,

und niemand sonst.

Ich danke Dir, für all die vielen Jahre,

die Du mir gabst im Tausch,

mit allem was ich habe ... ich liebe Dich,

ganz einfach nur.

Geliebte, meine Frau, mein Kamerad,

danke Dir für Deine Wärme, Deine Treue,

und danke für das Leben,

das erst Du mir gabst.

 

Rücksicht

Auch Auch hinter unserem Rücken, gibt es eine Welt!

Öfter mal inne halten, sich nach ihr umzudrehen,

heißt: Rück (...) Sicht nehmen.

                                                

Traum

 

... ich hatte einen Traum, da stand

in einem Wald ein Baum ...

darunter, unter  vielen, vielen Leuten,

bewegte sich, zwar zaghaft nur,

ein Mensch!

                                                                                                                                                                       

Morgen

 

Morgen ist ein anderer Tag,

morgen gibt es eine andere Zukunft,

gibt es andere Kriege,

sterben andere Menschen,

verhungern andere Kinder,

und andere werden vergewaltigt.

Morgen gibt es andere Juden.

Morgen, ist immer morgen,

und du, hältst vielleicht schon heute,

den Mörder auf deinem Schoß,

und singst ihm ein Schlaflied ...

aber heidschi bumbeidschi bumm bumm.

                                              

Freundschaft

an einen Freund

 

mein Freund, zähl' des Baumes Ringe,

Geburt und Leben hat die Macht,

es sind der Kämpfe oft so viele,

die ihn erst stark gemacht.

Regen, Sonne, Kälte, Wärme,

es ist die Borke, die die Bilder zeugt,

und doch hat man die Menschen gerne,

die sich  gebeugt,

zur Freundschaft hin, zur Liebe

und zur Wärme ...

Umarmung, Mensch sein bis zum Tod,

denn in der Ferne,

flackert schon, unmerklich zwar,

dein Abendrot.

Science Fiction

 

Es kam die Zeit, in der sich die Technik besann,

und nicht länger die Verantwortung tragen wollte.

Es war die Zeit, in der sich die Technik entschied,

dem Menschen nicht mehr willenlos ausgeliefert zu sein.

 

Die Zeit, da die Galgen sich weigerten zu funktionieren,

so dass die Unbequemen am Leben blieben.

Die Zeit, in der das Gift nicht mehr wirken wollte,

und die Meuchelmörder machtlos wurden.

 

Jene Zeit, da die Computer hartnäckig schwiegen,

so dass die Verräter nicht mehr denunzieren konnten.

Die Zeit, da die Munitionen sich nicht mehr abschießen ließen,

und die Armeen ihre Waffen niederlegen mussten.

 

Die Zeit, da sich Flugzeuge und Züge verweigerten,

und der Asyl-Suchende nicht mehr ausgeliefert werden konnte.

Es war die Zeit der Träume.

 

Politiker

 

Nicht die Politiker machen mir Angst,

Angst vor dem überproportionalem,

unqualifiziertem Stimmvieh,

die sie mit Macht versehen, plagt mich.

                                                                                                                                             

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stammtisch

 

Rauschgiftsüchtige gehören

in ein Arbeitslager, lallte er,

und schüttete sich dabei

das fünfte Bier in die Kehle ...

so wie jeden Tag.

 

Homo Bavarica

 

gfrupft, krchts, szoachbrunzsakra,

beschwerte sich schon

vor Tausenden  von Jahren

der Homo Bavarica-Neanderthalensis,

dass sein Dialekt, durch den Homo sapiens,

vom Aussterben bedroht ist.

 

 

 

Weihnachtsgedanken

 

Ich danke, dass ich nicht in einem

"Drittel-Welt Land" geboren wurde,

ich danke dafür, dass ich nicht

in Kriegszeiten leben muss.

Ich bin dankbar, nicht hungern

und nicht frieren zu müssen,

dankbar gesund zu sein.

Aber ich bin auch dankbar für das Wissen,

dass es auch das andere gibt.

So will ich mich als dankbar erweisen -

dies nie zu vergessen.

 

Brücken

 

breche nie eine Brücke

hinter dir ab,

denn du weißt nie,

ob du zurück musst.

 

Der Tod, ein Komiker

 

Mensch ist Traum am Leben,

gafft am Zaun, nackt, ungeniert

über Grenzen, ist borniert

im Lachen, Leben, Streben,

Tod und Fäulnis amüsiert,

Fratze des Vergänglichen.

 

Suche

 

Suche nach dem ewig' Leben

nach  Sein und Geben, Glück.

Gottgefasel, lastet unbedarfter Seelen.

Nein ... du Zweifler, Wichtigmensch,

reich und arm, der Sinn des Lebens

ist und war, stets unser Sterben.

 

Fremd

 

Ich fühle, denke ...

ist es Traum,

ich ein Apfel,

im Birnenbaum?

 

Wer Birnen mag,

will Birnen ernten,

will keinen Apfel,

in den Korb.

 

So stört der Apfel

am fremden Stamm,

im Geäst empörend,

heute, irgendwann.

 

Doch des Apfels Stolz,

sein Verfaulen und sein war,

ist Humus für die Birnen,

im nächsten Jahr.

 

 

Kunstfehler

 

Kunst … geboten in Medienseiten,

sprachlose Köpfe, ein nicht Begreifen.

Kunstkritiker Künstler loben -

oft künstlich nur die Kunst erhoben

 

So ist künstlich Kunst verkommen,

sprachlos leer und Wort benommen:

 

Kunsthonig, wird zur Honig-Kunst,

Kunststoff, ist nun Stoffes-Kunst,

Kunstdünger, der Dünger-Kunst

Kunststopfen, stopft die Kunst.

Kunstfehler in der Chirurgie,

was Kunst ist, weiß Patient doch nie.

 

Künstlich' Gehabe, Sprache und Gesicht,

ist heute Kunst, dumm und schlicht.

Das Lexikon hat Kunst erbrochen,

dutzend Mal das Wort besprochen,

 

Kunst und künstlich, recht und schlecht,

Kunst wird zur Verödung.,

was wir sehen, hören, lesen, Feuilleton,

Kunstverstand, Kunstverblödung?

 

Der Kritiker ist stets der Hehler,

er ist der eigentliche, künstlerische Fehler.

 

                                                                                                                                 

Zur Lage der Nation

 

Wir werden von gackernden Hennen

und krähenden Gockeln regiert,

Gack, gack, gack - Kickerikie ...

im Hühnerstall, aufgescheuchtes Federvieh.

 

In Legebatterien sich Kücken schälen,

gackern und krähen weiter ...

nur das Volk wird nie gescheiter,

faule Eier die wir wählen.

 

Was schert uns Politik, Frau und Kind,

wichtig ist, die Fußball Elf gewinnt.

So denkt's sich leichter im Erbsenhirn,

man soll den Planeten Erde -

                     endlich Fußball nennen.  

 

Die Crux

 

die Crux gescheiter Leute,

Bild -behinder- ung,

steifer Zeigefinger nur,

ersticht und du bist Beute.

 

Lernen, lerne lehren,

für Industrien, für den Profit,

für fremde Interessen.

Doch was du willst,

ist fern und Selbstvergessen.

 

Lebensweg

Müde geht er Schritt für Schritt,

auf seinem Haupt, ergrautes Haar,

mit Wehmut denkt er noch zurück,

was gestern war.

 

Weit der Weg, den er gegangen ist,

Glück und Hoffnung in der Brust,

und seine Straße hieß Verstehen,

Leben, und das Leben sehen.

 

Auf beiden Seiten standen Bäume,

bei ihren Namen hat er sie gekannt,

Freunde, Liebe, Hoffnung, Träume,

Meilensteine, hat er sie genannt.

 

Ein paar Schritte noch, ein Gehen,

mit trüben Augen im Gesicht,

der Weg im Nirgendwo verwehen,

Stille - erlischt das Licht.