Vom Fressen und vom Sterben ein geschmackloses Buch von
Bernhard Ganter & Werner Schlierf, mit 16 Cartoons von Paulmichl

zweite erweiterte Auflage im: K. Bielefeld Verlag ISBN 3-89833-119-9                                             Pressestimmen (Auswahl/ gekürzt) 

Buchvorstellung RTL              Rudi Carell-Produktion               "7 Tage-7 Köpfe"                                                     u.a. mit:

Gehen euch langsam die Ideen aus, womit ihr Schwiegermütter, Eltern oder unliebsame Freunde in den Wahnsinn treiben könnt? Dem  können wir abhelfen, denn in dem geschmacklosen Buch "Vom Fressen und vom Sterben" findet ihr neben Rezepten von Henkersmahlzeiten bekannter Massenmörder und Tipps für die kleine private Galgenparty in den eigenen vier Wänden auch allerhand Geschichten, wie zum Beispiel die Gebrauchsanleitung eines elektrischen Stuhls. Wenn ihr der lieben Tante Gerda nach dem Dinner erzählt, dass sie gerade die originale Henkersmahlzeit von Fritz Haarmann verspeist hat - haltet bitte eine Kamera bereit und schickt uns das Foto! TRENDS & FUN das junge Stadtmagazin Göttingen

... Vom Fressen und vom Sterben: In diesem Who's Who der internationalen Mörderprominenz rollen vor allem kauzige Köpfe. Wie der des Sex-Mörders Ranucci, der den Henker mit heraushängendem Glied empfing und sagte: "So lange ihr mir den nicht abhackt, geht's immer noch." PENTHOUSE (ausgezeichnet mit der Höchstbewertung "Vier Schlüssel")

... in dem Buch Vom Fressen und vom Sterben haben die Autoren Makabres, Grausiges, aber auch grotesk Absurdes über Henker und ihre Opfer gesammelt. Darunter auch den Wunsch des Henkers von London für die Todesstrafen-Verfechterin Maggie Thatcher: "Ich wünschte, sie hätte sehen können, wie der Strick das Fleisch in Fetzen vom Gesicht des Verurteilten gerissen hat, die herausgequollenen Augen mit den geplatzten Adern".

Abendzeitung München/ Fritz Janda, Chefreporter (kleiner Auszug der Seite 3/ Reportage)

... üppig waren sie, die Henkersmahlzeiten, sollten sie doch auch den ruhelosen Geist des Verbrechers besänftigen. Mit dabei einige Rezepte dieser grausigen Mahlzeiten. Ein Tipp: wenn Sie unliebsame Freunde vergraulen wollen, laden Sie sie zu einem Fest "der ganz besonderen Art ein" Eine unvergessliche Galgenparty, urteilen die Autoren Bernhard Ganter und Werner Schlierf in ihrem Vorwort. Gewürzt wir zum Beispiel mit dem Kapitel "Henkersweisheiten, Ansichten und Einsichten. Vom Altertum bis zur Neuzeit reichen die Statements der Henker. Es ist ein Buch über und mit Galgenhumor. Dafür sorgen auch die witzig-makabren Cartoons des international bekannten Zeichners Erich Paulmichl.                                                          Freisinger Tagblatt/ Münchner Merkur

Ein geschmackloses Buch... zum Tode Verurteilte und ihre Henkersmahlzeiten zum Nachkochen ...   75 Prozent der Amerikaner, so eine Umfrage, befürwortet die Todesstrafe und verfolgen belustigt das Schauspiel der Hinrichtung. Kein Wunder, dass des Volkes Gedankengut großen Einfluss auf die amerikanischen Präsidentschaftswahlen hat. Auch Bush Senior, Bill Clinten und Bush Junior bekannten, beziehungsweise bekennen sich noch heute zum „capital punishment". Auch in der bayerischen Verfassung existierte bis 1995 die Todesstrafe. Nach dem Buch „Vom Fressen und vom Sterben", das ein großes Pressecho hervorrief, war dann plötzlich der Todesstrafenpassus – Artikel 74 (Befugnisse des Ministerpräsidenten) Absatz 4 (2) verschwunden. Literatur bewirkt also doch noch was! Die Schriftsteller Bernhard Ganter und Werner Schlierf nennen ihr Werk selbst „ein geschmackloses Buch", doch haben sie auf den Spuren der Gehenkten Interessantes zusammengetragen, was nicht nur Liebhaber makabrer Geschichten begeistern wird. Nichts ist erfunden, was Ganter und Schlierf schreiben. Das dürfte spätestens dann klar werden, wenn der Leser über die Bedienungsanleitung für den elektrischen Stuhl stolpert. Auch im Namen Gottes wurde legal hingerichtet. So berichtet das Buch unter anderem davon, dass im Jahre 447 der Papst gefordert hatte, Kirchenfeinde zu exekutieren oder dass ab dem Jahre 487 sogar die Verweigerung der Taufe mit dem Tod geahndet wurde. Im Mittelalter wurden auf Betreiben der Kirche selbst Kühe, Schweine und sogar Hühner wegen irgendwelcher Vergehen nach Prozess und Urteil hingerichtet. Zurück zu den Henkersmahlzeiten. Auch wenn Henker hartgesottene Burschen waren- Angst hatten sie, dass der Todeskandidat die letzte Mahlzeit verweigern  könnte. Denn es hieß, dass derjenige, der hungrig von dannen geht, als Geist die Hinterbliebenen quält. Ganter und Schlierf wollen in ihren Auszügen über berühmte Hinrichtungen und Henkersmahlzeiten bewusst machen, dass der moderne Mensch sein eigener Henker sein kann. Alkohol, Tabak, Raserei mit den Autos, Mord und Todschlag, die Henker unserer Zeit haben viele Namen. Angesichts dessen, dass viele an ihrer eigenen Hinrichtung arbeiten, bräuchte niemand von Staats wegen Henker zu sein, denn um es mit Camus zu sagen: „ Die Todesstrafe zerstört die einzige unbestreitbare Solidarität der Menschen, die gemeinsame Front gegen den Tod."      Süddeutsche Zeitung/ Margit Conrad

Bernd Stelter liest ...

Jochen Busse empfiehlt ...

Gaby Köster empfiehlt es allen Frauen: Gebt das Buch allzu aufdringlichen "Gehen wir zu dir oder zu mir - Typen" und fordert sie schon mal auf, sich ein Gericht für danach auszusuchen. Sie werden sehen, wie schnell der Typ wieder verschwunden ist.

 

 

Geschmackloses Buch" von Bernhard Ganter und Werner Schlierf /Freisinger Tagblatt 19. April 2004   von SUSANNE ZOTTMANN

Lust auf Wildschweinbraten mit weißem Kraut und Maronen? Oder wie war's mit einem saftigen Rebhuhn auf Gutsherrenart mit Linsen und Speck? Nein? Nach dem Genuss von „Vom Fressen und vom Sterben" des Autoren Bernhard Ganter und seines Kollegen Werner Schlierf kein Wunder. Die Lektüre schlägt nämlich mächtig auf den Magen. „Ein geschmackloses Buch", sagen die Autoren sogar selbst. Und sie haben recht. Immerhin werden auf über 100 Seiten haufenweise Menschen hingerichtet - nach der Henkersmahlzeit, versteht sich. Auf provokante und satirische Art bannen die beiden PEN-Mitglieder Schlierf und Ganter tatsächlich unzählige Geschmacklosigkeiten auf die Seiten. Marie Antoinette verabschiedet sich von ihren Lieben und verliert dann den Kopf. Andreas Hof er schreibt einen letzten Brief, ehe er dem Scharfrichter vorgeführt wird. Und Fritz Haarmann beißt 26 Männern die Kehle durch, ehe er ins Jenseits befördert wird. In „Vom Fressen und vom Sterben" tischt dem Leser aber nicht nur Wildbret ä la Räuber Kneißl auf. Die Menüfolge sieht auch Variationen an Gedichten, Geschichten, Cartoons von Erich Paulmichl, Partytipps und die Bedienungsanleitung für einen Elektrischen Stuhl vor. Das muss man erst mal schlucken. Eine witzig-gruselige Kost, die dennoch einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Und das ist gut so. Immerhin sind Schlierf und Ganter vehemente Gegner der Todesstrafe. Zusammen mit Buchverleger Klaus Bielefeld sitzen sie im selbst gegründeten Gremium „Henkerbeilchen". Und da muss sogar unser aller Terminator zumindest im übertragenen Sinne den Kopf lassen. Ganter hat dem Gouverneur Kaliforniens auch geschrieben warum: „Als Befürworter der Todesstrafe und Gouverneur in einem Land der unbegrenzten Hinrichtungen sei folgendes gesagt: Töten und die Anstiftung zum Töten ist eine mittelalterliche Sitte." Amerika und Europa würden mittlerweile Jahrhunderte trennen. Der Kärntner hat nicht nur ein Miniatur-Henkerbeilchen zugesandt bekommen, sondern auch „Vom Fressen und vom Sterben". Vielleicht dreht sich Schwarzenegger ja nicht nur der Magen, sondern auch seine bisherige Einstellung zur Todesstrafe um, hofft Ganter. Denn: „Die Welt braucht keine fragwürdigen Comic-Helden, keine neuen Terminatoren, die Welt braucht human denkende, geistreiche Menschen, um grassierende Dummheiten zu stoppen.            20.04. 2004 mediengruppe Münchner Merkur, TZ München, Freisinger Tagblatt 

DAS LETZTE GERICHT „Mords-Gaudi" zweier Münchner gegen die Todesstrafe                                     von FRITZ JANDA (Chefreporter) ABENDZEITUNG  MÜNCHEN Seite 3 vom Mittwoch 21.04. 2004

Als ihm alle Gebeine gebrochen waren, ward der Cörper unter die Bühne gebracht, wo ihm der Kopf abgehauen und der Rumpf in vier Stücke zertheilet wurde." So starb der berüchtigte Matthias Klostermayr, alias „Bayerische Hiasl", nachzulesen nach den Gerichtsakten von 1771 in dem gerade erschienenen Buch „Vom Fressen und vom Sterben" (Klaus Bielefeld Verlag, 9,90 Euro).                                                              Eine gute Portion Galgenhumor sollte mitbringen, wer sich über das kleine Büchlein hermacht. Denn es ist, wie die beiden Münchner Autoren Bernhard" Ganter und Werner Schlierf im Untertitel freimütig zugeben, „ein geschmackloses Buch". Ob jener Bayerische Hiasl oder der legendäre Räuber Kneißl, in diesem Buch sind ihre Missetaten und letzten Stunden ebenso akribisch festgehalten wie die vieler zu grausiger Berühmtheit gelangter Übeltäter der Neuzeit. Und wer für eine solche „Mords-Gaudi", so Ganter, wenig Sinn aufbringt, sollte den Warnhinweis ruhig ernst nehmen: „Die Lektüre dieses Buches kann vor den Mahlzeiten zu Appetitlosigkeit, nach den Mahlzeiten zu Übelkeit und in der Nacht zu Albträumen fuhren." Zwar rollen in diesem „Who's Who" der internationalen Mörderprominenz, ihrer Henkersmahlzeiten und berühmten letzten Worte vorwiegend kauzige Köpfe wie der des Lustmörders Ranucci, der den Henker mit geöffnetem Hosenlatz empfing und sagte „Solange ihr mir den nicht abhackt, geht's immer noch. "In der Sache ist es den Münchnern aber durchaus ernst. Denn auch in Deutschland gibt es noch die Todesstrafe. Zumindest in Hessen. Dort heißt es in Artikel 21 der Verfassung: „Bei besonders schweren Verbrechen kann er (der Schuldige, Anm. d. Red.) zum Tode verurteilt werden." Natürlich ist den Autoren klar, dass dies reine Theorie ist, da nach dem Grundgesetz, das über jeder Länderverfassung steht, die Todesstrafe verboten ist. Aber solche Bestimmungen sähen sie lieber generell abgeschafft. Wie es ihnen schon einmal mit dem entsprechenden Todesstrafen-Passus in der Bayerischen Verfassung gelungen ist. 1992 hatten sie darin zu ihrem nicht geringen Staunen in Artikel 47 gelesen: „Der Vollzug der Todesstrafe bedarf der Bestätigung der Staatsregierung". Was aber, so fragten sie sich, wenn sich Bayern einmal vom Bund separiert? Die möglichen Folgen malte Ganter sich so aus: „Dann würde wieder ein bayrischer Scharfrichter auf dem Marienplatz sein Blutgerüst aufbauen und zwischen den tanzenden Schäfflern könnte der amtierende Ministerpräsident der Welt in Erinnerung an den seligen Streibl Max bekannt geben, dass hartes Hinlangen eben bayrische Art sei! "Damals richteten Schlierf und er einen Appell an das Bayerische Verfassungsgericht, diesen Paragrafen zu streichen. Die Antwort: Popularklage möglich, Erfolgsaussichten ungewiss. Doch 1995 war ihr Ziel erreicht: Der Tötungspassus wurde ersatzlos aufgehoben. Was die Autoren ermutigte, unter entsprechendem Hinweis auf ihren Erfolg in Bayern (und sicher nicht ohne schlitzohrige Hintergedanken an eine PR-trächtige Aktion zum Erscheinen ihres Buches) nun auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch aufzufordern, die Todesstrafe abzuschaffen. Ultimativ kündigten sie ihm an: „Wir drohen Ihnen mit dem Pranger (ist der nicht auch noch in der Hessischen Verfassung verankert?), sollten Sie sich weigern, eine Stellungnahme abzugeben." Roland Koch weigerte sich nicht, sondern antwortete mit Humor: „Ich sage immer, wenn man den Bayern den kleinen Finger reicht, sind sie gerne bereit, auch die ganze Hand zu nehmen. Daher stimme ich Ihnen ausdrücklich zu, wenn Sie den Bayern in der Frage der Todesstrafe hartnäckig auf die Finger schauen." Hinsichtlich Hessens aber könnten die Autoren .ganz beruhigt sein. Denn, so Koch, eine Enquetekommission zur entsprechenden Verfassungsreform sei bereits eingesetzt. Ganter und Schlierf buchen das als einen weiteren Erfolg. Und planen bereits den ganz großen Coup: Amerika! Das Land der unbegrenzten Hinrichtungen. So ist denn auch Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger erster Preisträger ihrer neuen Aktion „Henkerbeilchen". Damit soll künftig jedes Jahr eine Persönlichkeit „ausgezeichnet" werden, „die sich in besonderem Maße um die Tötung oder die Folter von Menschen verdient gemacht hat". Vorschläge kann jeder auf ihrer Internetseite „www.henkerbeilchen.de" machen. Begründung im Fall Schwarzenegger: „Sein Aufruf an die amerikanischen Soldaten im Irak , Ihr seid die wahren Terminatoren!' macht deutlich, wie sehr dieser Mann seine Filmrollen als Liquidator und Barbar verinnerlicht hat."

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FORUM Aktuell/ Freising 5. Mai 2004 von BERND WAGNER/ Chefredakteur                                     Literarische Henkersmahlzeit - Bernhard Ganters durchschlagender Erfolg

   Nun leidet der Mann ja nicht an Komplexen, aber dieser durchschlagende Erfolg hat sogar Schriftsteller, Bernhard Ganter überrascht. Mit dem neuen Werk „Vom Fressen und Sterben - ein geschmackloses Buch" hat er zusammen mit seinem Co-Autor Werner Schlierf eine wahre Lawine los getreten. Deutschlandweit - für Spätsommer ist er beim smarten ZDF-Talker Johannes B. Kerner eingeladen. Wer sich das Werk, das überdies mit Cartoons des bekannten Karikaturisten Paulmichl verziert ist, einverleibt, braucht indes neben widerstandsfähigen Geschmacksnerven eine durchaus makabre Ader. Ganter und Schlierf präsentieren eine Ahnengalerie grausamer Missetäter, ihrer Verbrechen, Hinrichtungen und - dem Titel angemessen - auch einer stattlichen Anzahl an Henkersmahlzeiten.                                                 Rundumschlag mit dem HENKERBEILCHEN: Äußerst brutal gehen die beiden Autoren allerdings vor, verurteilen sie doch quasi als gesellschaftliche Henker Übeltäter auch mal kurzerhand zum Tode. Rein symbolisch versteht sich, doch geht Ganter hiermit gegen Missstände in der Gesellschaft vor. Und das weltweit! Arnold Schwarzenegger etwa, endzeitverdächtiger Gouverneur in Kalifornien, hat einen geharnischten Warnbrief erhalten. In Verbindung mit der zweifelhaften Ehre, das „Henkerbeilchen" verliehen zu kriegen. Damit zeichnen Ganter und Schlierf einmal jährlich Persönlichkeiten aus, „die sich in besonderem Maße um die Tötung oder die Folter von Menschen verdient gemacht haben". Schwarzenegger etwa hatte im Irak-Krieg die US-Soldaten als „die wahren Terminatoren" bezeichnet - nach Ganter ein Grund fürs Schafott. Auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch kriegte sein Fett weg - in schriftlicher statt lukullischer Form. Da Kochs Bundesland als letztes Deutsches noch die Möglichkeit der Todesstrafe in seiner Verfassung verankert hat, nützt Ganter kurzerhand diese Möglichkeit und droht, wenn nicht Guillotine, so doch wenigstens mit dem Pranger, sollte die Todesstrafe nicht alsbald abgeschafft und der versandte Brief beantwortet werden. Vermutlich darob schwer eingeschüchtert schrieb Koch auch artig zurück und versprach, sich für die Anregung einzusetzen. Wer aber einmal mit dem Henkerbeilchen ausholt, trifft oft mehrere, und so könnte demnächst auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt mit dem „Orden" ausgezeichnet werden, wagt Ganter eine vorsichtige Prognose auf zukünftige Satire-Tribunale.

von Gerald Feind / Journal zum Wochenende

Hätte man Johann Wolfgang von Goethe nach seinem Hauptwerk gefragt, der neugierige Forscher wäre wohl verblüfft gewesen. „Nein, der Faustus ist es nicht", hätte es da geheißen. Als sein Hauptwerk bezeichnete die Dichter-Ikone schließlich nach eigenen Angaben einst die Erforschung der Farbenlehre. Ein Optiker aus Leidenschaft.                   Satiriker aus Spaß ist derzeit Romanautor Bernhard Ganter - und damit auch gleich überraschend erfolgreich. „Eigentlich hätte ich lieber meine anderen Bücher im Fokus" räumte Ganter" ein. Aber nein, nein, nein. Das Publikum steht eben auf Makaberes, Ganters jüngstes Buch „Vom Fressen und vom Sterben" ist makaber. Gespickt mit „Geschmacklosigkeiten", Kurzgeschichten, Briefwechseln und Anekdoten rund um Todesstrafe und Henkersmahlzeit Ein würdiges Hauptwerk neben dem Hauptwerk eben. Befanden übrigens auch die Macher von RTLs „Sieben Tage, Sieben Köpfe", wo das Büchlein am heutigen Freitag für Gesprächsstoff sorgen wird. Auch da wollte Ganter eigentlich gar nicht hin - Goethe wohl auch nicht.                                           

ERNSTER GALGENHUMOR – Ganter und Schlierf lesen „Vom Fressen und vom Sterben"  von Sabine Zaplin     Süddeutsche   Zeitung Starnberg/ Kultur  29. 30. 31. Mai 04                                           

„Jeder Autor", sinniert Bernhard Ganter über seinem Tabakpfeifchen, „muss heute irgendwann ein Kochbuch machen." „Da wollten wir uns nicht drücken", stimmt Werner Schlierf ihm beim Weißbier zu, „wir haben dann eines gemacht, bei dem einem schlecht werden kann." Am Donnerstag stellten die beiden Autoren ihr Brevier „Vom Fressen und vom Sterben" im Gasthof „Alter Wirt" in Krailling vor. Das Buch erzählt von Hinrichtungskandidaten und ihren Henkersmahlzeiten, „Ein geschmackloses Buch" nennen die Herausgeber es im Untertitel. In Krailling waren sie so geschmackvoll, mit der Lesung zu warten, bis die Gäste aufgegessen hatten. Schließlich wurden so delikate Köstlichkeiten wie das „Fritz-Haarmann-Menü" serviert: Drei Portionen Nürnberger Bratwürste und als Nachtisch Rote Grütze (Fritz Haarmann, der 26 jungen Männern die Kehle durchbiss, soll sich dieses Menü zur Henkersmahlzeit gewünscht haben, was ihm aber als „geschmackloser Wunsch" verweigert wurde). Den Zuhörern bekam diese kulinarisch-literarische Kombination echt gut, sie amüsierten sich zumindest alle köstlich. „Vom Fressen, und vom Sterben" ist eine bitterböse Zusammenstellung aus Historischem, Zeugenaussagen, Quellen und Briefen zum makabren Brauch des letzten Gerichts eines Delinquenten vor der Hinrichtung. Da ist die Geschichte von der Vierteilung des Matthias Klostermayer, bekannt als der bayerische Hiasl, der sich als Henkersmahlzeit einen „Wildschweinsbraten mit weißem Kraut und Maronen, dazu ein gerüttet Maß an weißem Brot zum Soßraustauchen und zwei Massen schwarzes Bier" wünschte. Beinahe die gleiche Mahlzeit bestellte sich der Räuber Kneißl. Da gibt es eine große Sammlung informativer Notizen, etwa: „Dem minderjährigen Farbigen Joseph Ausilio wurde sein letzter Wunsch, eine Flasche Bier, verwehrt. Das Gesetz schreibt vor, dass an Jugendliche kein Alkohol abgegeben werden darf." Oder: „Im deutschen ist das „Sich-wie-gerädert-Fühlen" sprichwörtlich geblieben." Da ist eine „Gebrauchsanweisung eines elektrischen Stuhls" nachzulesen, oder die Anekdote von einem Todeskandidaten in Amerika, der ich am Tag vor seiner Hinrichtung an einer Fischgräte verschluckte. Das galgenhumorige Buch hat aber, neben seinem makabren Unterhaltungsanspruch, ein ernstes Anliegen. Ganter und Schlierf treten vehement gegen die Todesstrafe ein. Bis vor wenigen Jahren stand diese noch in der Bayerischen Verfassung und wurde, nachdem Schlierf und Ganter ein böses Brief eben nebst beigelegtem Exemplar ihres Buches an die Staatsregierung schickten, irgendwann gestrichen - ein unmittelbarer Zusammenhang ist nicht nachgewiesen, Vermutungen dürfen jederzeit angestellt werden.                                                                                                                                   SABINE ZAPLIN

HENKERSMAHLZEIT  à la LITERATUR Münchner Merkur Kultur von Katharina Korb/ 29.30.31. Mai 04

Werner Schlierf und Bernhard Ganter lasen „Vom Fressen und vom Sterben". Die Namen ließen es schon erahnen: „Räuber Kneißl Menü", „Peter Kürten Menü", „Fritz Haarmann Menü" offerierte die Speisekarte am Donnerstagabend den Gästen im „Alten Wirt" in Krailling. Die Menüvorschläge waren Henkersmahlzeiten von berühmt-berüchtigten Mördern, wie aus dem Buch von Bernhard Ganter und Werner Schlierf zu erfahren war. Die beiden Autoren hatten zur satirischen Lesung aus ihrem Buch "Vom Fressen und vom Sterben - ein geschmackloses Buch" geladen. Neben den Rezepten von Henkersmahlzeiten bekannter Mörder - Kneißl hatte sich zum letzten Mahl einen „schöna Wuidsaubraten mit einem weißen Kraut dazua" gewünscht, zur letzten Nachspeise gab's „Kletznstauch mit Dampfnudeln" -haben Bernhard Ganter und Werner Schlierf historisch belegte Tatsachen in Form von Kurzgeschichten zusammengestellt, die den Leser erschauern lassen. Nicht umsonst trägt das Buch den Warnhinweis: „Die Lektüre dieses Buches kann vor den Mahlzeiten zu Appetitlosigkeit, nach den Mahlzeiten zu Übelkeit und in der Nacht zu Albträumen führen." Bei der Lektüre des Buchs erfährt der Leser, dass der als „Vampir von Hannover" bekannte Serienmörder Fritz Haarmann seine sexuelle Befriedigung fand, wann er seinen Opfern die Kehlen durchbiss. Als Henkersmahlzeit hatte er sich drei Portionen Nürnberger Bratwürste gewünscht, was ihm allerdings als „geschmacklos" verweigert wurde. Neben diesen historischen Berichten sind es jedoch die  Bedienungsanleitungen zum Töten, die wirklich gruselig sind und nachdenklich stimmen. Sachlich beschreiben die Autoren unter dem Punkt „Bedienungsanleitung eines elektrischen Stuhls" das schaurige Prozedere, das sich auch heute noch in einigen Staaten unter anderem der USA vollzieht: „Person auf Hinrichtung vorbereiten, Schwamm im Helm mit Salzwasserlösung voll saugen lassen, mit Person in das Exekutionszimmer gehen und sprechen lassen, um zu demonstrieren, dass sie lebt" Der Vorgang endet mit dem Satz: „Die Exekution ist jetzt beendet." Mit viel Witz und Satire trugen die beiden Autoren das Gruselig-Schaurige und manchmal auch Skurrile vor. Mit ihrem Buch demonstrieren sie ihr Engagement gegen die Todesstrafe; einen Brief an „Terminator" Arnold Schwarzenegger hat Ganter auch schon geschrieben, mit der Forderung, die Todesstrafe als kalifornischer Gouverneur abzuschaffen. Eine Antwort gab's bisher noch nicht.                                                                                                                                           Katharina Korb

Puccini Kulturmagazin/ Buchtipp von Alexander Fischer/ Juni 2004

Vom Fressen und vom Sterben. Du stehst kurz vor deiner eigenen Hinrichtung und fragst dich: Was zum Teufel wünsch ich mir als Henkersmahlzeit? Antworten für den Fall des Falles gibt dieses Buch. Auf 130 Seiten haben Bernhard Ganter und Werner Schlierf Anekdoten und Rezepte von Henkersmahlzeiten zusammengetragen. Das Echo in Funk und Fernsehen ist groß. Informatives, wie die Gebrauchsanweisung für den elektrischen Stuhl, wechselt sich ab mit allerlei Makaberem rund ums Thema Hinrichtung. Eine kleine Kostprobe: „In Amerika starb ein Todeskandidat, der ursprünglich auf den elektrischen Stuhl sollte, an seiner Henkersmahlzeit. Er erstickte einen Tag vor der Hinrichtung an einer Fischgräte." Die Autoren schildern aber nicht nur kuriose Begebenheiten. So enthält das Buch auch Momentaufnahmen der zum Tode Verurteilten und deren Henker. Beispielsweise findet sich zur Hinrichtung von Marie-Antoinette deren Abschiedsbrief. Mit ruhigem Gewissen folgte sie ihrem Mann Ludwig XVI. auf die Guillotine. Bernhard Ganter und Werner Schlierf sind keine Befürworter der Todesstrafe, was ein diesbezüglicher Brief an Arnold Schwarzenegger beweist: www.henkerbeilchen.de                                                                                                                                                            Alexander Fischer

Süddeutsche Zeitung Kultur/ Montag, 7. Juni 2004 "Galgenhumor mit Linsen - Satirisches Kochbuch über Henkersmahlzeiten" von Nicole Graner

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlicherweise wunderbar streiten. Doch über die Diskussion was nun gut oder schlecht ist, sind Bernhard Ganter und Werner Schlierf weit hinaus. Sie deklarieren ihr neues Buch von vornherein als „geschmacklos" und sind damit gleich alle Sorgen auf einmal los. Und das ist auch gut so, schließlich beackern die beiden ein Feld, das man normalerweise ganz behutsam und mit vorgehaltener Hand betritt: den Tod, das Sterben. Tod als satirisches Event Auch heute noch ein Tabuthema, hat das letzte Stündlein für die beiden nichts Erschreckendes. Im Gegenteil. Frei nach dem Satz, in der Hölle passiere mehr als im Himmel, 'wird das Sterben zu einem satirischen Event. „Als ihm alle Gebeine gebrochen waren, ward der Cörper unter die Bühne, welche unten her mit Brettern verschlagen war, gebracht, wo ihm der Kopf abgehauen und der übrige Rumpf in vier Stücke zertheilet wurde." So starb der Bayerische Hiasl am 6. Juli 1771. Wie vom Halsgericht verurteilt. Grausam, wie andere Hinrichtungen. In dem Buch „Vom Fressen und vom Sterben", das jüngst erschienen ist, schmunzeln wir also über bitterböse, aber herrliche Cartoons von Paulmichl, sind hautnah dabei, wenn berühmte Mörder ihre Seele aushauchen, lesen rührende Abschiedsbriefe und erfreuen uns an ihren „Henkersmahlzeiten". Rezepte jener letzten lukullischen Genüsse werden "- sonst wären es ja nicht Bernhard Ganter und Werner Schlierf-, natürlich gleich mitgeliefert. Der berühmteste Mörder der englischen Kriminalgeschichte, Dr. Hawley Grippen, wünschte sich als Henkersmahlzeit „Rebhuhn nach Gutsherrenart mit Linsen und Speckwürfeln". Hart wird es, wenn die Gebrauchsanweisung für einen elektrischen Stuhl dokumentiert, dass noch heute damit Menschen hingerichtet werden. Und das Ende des Buches hält dann auch eine Botschaft in Form von realen Briefen bereit. Zum Beispiel an die Hessische Staatskanzlei mit dem Hinweis, dass in der Hessischen Verfassung immer noch die Todesstrafe aufgeführt würde. Und an Arnold Schwarzenegger, den politischen Kraftprotz aus Kalifornien, der als Befürworter der Todesstrafe gilt. Schluss mit Lustig, sagt Bernhard Ganter und meint es auch so. „Dass so ein Mann Gouverneur des Staates California wird, ist unglaublich. Wie kann man sich vor die Soldaten im Irak hinstellen uns sagen 'ihr seid die wahren Terminatoren' - das ist reiner Populismus." Auch ihm schickte Ganter ein Buch „Vom Fressen und Sterben". Die Antwort? Ja, die weiß nur der Wind. Wenn überhaupt.                                                                                                                                      Satire gegen Todesstrafe: Werner Schlierf und Bernhard Ganter rütteln auf! Wie kommt man auf die Idee, ein satirisches Buch über das Sterben zu schreiben? Zum Beispiel dann, wenn man, so wie Werner Schlierf, auf der Münchner Auer Dult vergilbte Buchseiten durchstöbert und dabei makabre Texte entdeckt. Oder wenn man über bekannte Kriminalfälle recherchiert. So wie Bernhard Ganter. Beide Autoren, miteinander befreundet, wollten das Gesammelte schon einmal, vor vielen Jahren, als Buch zu Papier bringen. Alles war fertig, doch dann machte der Verlag dicht. „Das Buch ist halt nicht erschienen. Da waren wir ganz schön enttäuscht", sagt Bernhard Ganter. Doch dann kam die Neuauflage. „Wir wollen schockieren", sagt Ganter weiter. „Wer dieses Buch gelesen hat, kann kaum mehr sagen, dass er für die Todesstrafe ist". Beide Autoren wissen aber auch, dass sie sich auf einer Gratwanderung befinden. „Verbrechen sollen natürlich gesühnt werden. Doch nicht mit der Todesstrafe". Der literarische Weg der Satire schien beiden daher eine gute Möglichkeit, einem ernsten Thema noch eins drauf zu setzen. Das Buch schlug ein. So stellen die Autoren ihr Buch „Vom Fressen und Sterben" vor, verbunden mit den Rezepten für „Henkersmahlzeiten", und werben am Ende für eine gute Sache. Eine skurrile und makabre Idee führte zur nächsten. Konsequent machen die Autoren weiter. Satirisch natürlich. Das Buch war der erste Streich, der zweite eine Webseite. Unter www.henkerbeilchen.de verleihen die Autoren Menschen, die sich der Würde des Menschen widersetzen und für den Tod vieler Menschen verantwortlich sind, das „silberne Henkersbeil" an der Kette. Der Delinquent des Jahres 2003 heißt Arnold Schwarzenegger. Für seine Verdienste während des Irak-Kriegs wird dem Gouverneur von Kalifornien das Beilchen verliehen. Er erhielt auch einen Brief mit entsprechender Begründung. „Gemeldet hat er sich noch nicht. Das war ja klar. Aber wir haben den Brief auch an 30 verschiedene amerikanische Verlage und Zeitungen geschickt", sagt Ganter. „Mal sehen, ob jemand reagiert".                                                                                                                                                                                                                         NICOLE GRANER

      

Rundschau/ 22.Juli 2004                       Chefredakteur Carsten Clever-Rott

Weg mit der Todesstrafe!

Zwei Autoren führen einen satirischen Kampf »Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, werden sie das Gesicht der Welt verändern«, sagt ein Sprichwort. Zwei von diesen »kleinen Leuten« sind die beiden Buchautoren Bernhard Ganter und Werner Schlierf. Sie haben der Todesstrafe den Kampf angesagt und dabei auch schon kleine Erfolge erreicht. Ihre erste Einsicht dabei: Diesen Kampf muss man satirisch aufbereiten. Schlierf und Ganter sind keine verbitterten Weltverbesserer, sondern aufgeschlossene und humorvolle Zeitgenossen. Und wenngleich der Schalk in ihren Augen leuchtet, so ist der Hintergrund für ihr Anliegen bitterernst. Für sie ist die Todesstrafe, also die legale und durch Richter angeordnete Tötung von Menschen, grausam, unmenschlich und überholt. Weil man in Bayern all dies nicht ist, wurde vor sechs Jahren die Todesstrafe aus der Verfassung des Freistaats gestrichen. Auf Initiative und Drängen der beiden Autoren. Die Hessen wollen da auch nicht zurückstehen. In einem Antwortbrief versichert Ministerpräsident Roland Koch dem Autor Bernhard Ganter, dass die Todesstrafe im Zuge einer Verfassungsreform auch in Hessen offiziell abgeschafft wird. Es sind symbolische Erfolge, die die beiden Schreiber feiern können. Aber es sind für sie wichtige Erfolge. »Wir wollen provozieren und damit eine öffentliche Diskussion anregen«, erklärt Ganter. Ein Weg an die Öffentlichkeit ist für Ganter, Schlierf und ihren Verleger auch das Internet. Auf der Seite www.henkerbeilchen.de verurteilen sie Zeitgenossen zum Tode. Das Urteil ist nicht durchführbar (soll es auch nicht sein), es bedeutet aber eine Ächtung der »Verurteilten«, Befürworter der Todesstrafe. Getroffen hat es zum Beispiel Arnold Schwarzenegger für seine Aussage: »Ihr seid die wahren Terminatoren« zu US-Soldaten, die im Irak gekämpft haben. Inzwischen ist die Öffentlichkeit auch anderweitig aufmerksam geworden. So wurde das Buch »Vom Fressen und vom Sterben« in der RTL-Show »Sieben Tage, sieben Köpfe« vorgestellt, weitere TV-Termine stehen auf dem Kalender von Bernhard Ganter.

Carsten Clever-Rott

Freisinger SZ Kultur Dienstag, 16. November 2004

Fressen und Sterben. Bernhard Ganter stellt sein neues Buch vor

Freising • Bernhard Ganter hat am Samstag in der Freisinger Aktienschenke „Vom Fressen und vom Sterben" vorgestellt. Der Untertitel lautet „Ein geschmackloses Buch", doch das ist nicht so gemeint, wie es sich zunächst anhört. Bernhard Ganter und sein Partner Werner Schlief hatten nämlich eine gute Idee. Ganter recherchierte bekannte Kriminalfälle, in denen der Täter zum Tode verurteilt worden war. Und irgendwann fragte er sich, was wohl deren Henkersmahlzeit gewesen sein könnte. Werner Schlief wiederum fand durch Zufall auf der Auer Dult vergilbte, halb zerrissene Buchseiten, die er wie ein Puzzle wieder zusammensetzen musste. Darunter befanden sich etliche makabere Schriften. So kann man in dem Buch dann die letzten Briefe von Andreas Hofer und Marie Antoinette lesen, die Gebrauchsanleitung für den elektrischen Stuhl in Nashville Tennessee oder auch das Rezept für die Henkersmahlzeit von Dr. Hawley Grippen, der Enden des vorigen Jahrhunderts seine Ehefrau ermordet und zerstückelt hatte, um mit seiner Geliebten zusammenleben zu können. Als letztes Mahl verspeiste er „Rebhuhn nach Gutsherrenart mit Linsen und Speckwürfeln".                                        Süddeutsche Zeitung Freising - Kultur/ bt

Freisinger Tagblatt/ Münchner Merkur/ Geschichten á la Carte- Ganter liest bei Hobbyköchen             15.11.2004

Gegensätze ziehen sich eben doch an: Da versuchten die Freisinger Hobbyköche am Samstagabend in der Aktienschenke ihre Gäste in gewohnter Manier mit lukullischen Genüssen zu verköstigen. Auf der anderen Seite war aber auch der bekannte Schriftsteller Bernhard Ganter zu Gast, der aus seinem Buch „Vom Fressen und vom Sterben" vorlas. Das satirische Werk über Henkersmahlzeiten und andere Unappetitlichkeiten trug nicht zu Unrecht den Untertitel „Ein geschmackloses Buch". Und trotzdem ergänzten sich die vielen Köche und der Schriftsteller zu einem unterhaltsamen Stück Erlebnisgastronomie. Friedhold Metz und seine Kochkollegen orientierten sich zur Erleichterung der Gäste bei der Menüzusammenstellung nicht am Buch Ganters. „Bei vielen Henkersmahlzeiten war die Quantität doch das Entscheidende", wusste Ganter dank seiner umfangreichen Recherchen zu diesem Thema zu berichten. Auch wenn so manchem das ausgezeichnete Mahl schon gereicht hätte, zwischen den Gängen wurde es dank Ganter lustig und bisweilen auch ein wenig makaber. Unterstützung bekam Ganter von seiner Frau Henriette, die vor dem ersten Gang mit unglaublichem Fingerspitzengefühl zur Geschichte von einem Stadtstreicher ein Marionetten-Spiel aufführte. Ganter meinte es gut mit den Gästen und den Hobbyköchen und ließ die schlimmsten Geschichten seines Werkes (makabere Geschichten gegen die Todesstrafe) weg. Denn bei aller Satire hat das Buch doch ein Anliegen: Befürwortern der Todesstrafe soll sich bei der Lektüre nicht nur der Magen, sondern auch die Meinung zu Hinrichtungen umdrehen, aber die Freisinger im Herzen eigentlich ein  friedliebendes Volk sind und das Menü der Hobbyköche doch in vollen Zügen genossen werden wollte, konzentrierte sich Ganter auf die heiteren Anekdoten und Geschichten über lokale Volkshelden. Der Schriftsteller erzählte so vom Schachermüller Hiasl, der zu seinem Henker lapidar gesagt haben soll: „Die Woch' fangt scho guad o." Ganters elegant satirischer Stil und seine prägnant makabren Geschichten verdarben den Zuhörern nicht den Appetit, denn das viele Lachen machte erst so richtig hungrig.                                                                             Sebastian B. Beck

FORUM Freising / 10.11. 2004 - Mit Verspätung feiert die Domstadt Freising am kommenden 'Wochenende das Halloween-Fest. Oder viel besser: Noch viel mehr als Halloween. Schriftsteller Bernhard Ganter liest am kommenden Samstag, 13. November, aus seinem dramatisch geschmacklosen Buch „Vom Fressen und vom Sterben*. Des Schriftstellers aktuelles Werk hat bereits Aufsehen erregt, und das weltweit. Bis zum US-Gouverneur Arnold Schwarzenegger ist Ganters Henkerswerk vorgedrungen, als der Ex-Österreicher symbolisch zum Tod verurteilt wurde. Ja, das darf «Vom Fressen und Sterben" nämlich. Mit Vergnügen sogar. Als satirisch besonders' wertvoll wurde das Buch bereits in der bekannten RTL-Serie „Sieben Tage - sieben Köpfe", ausgiebig gepriesen. Jährlich wird einer Person das blecherne, rostige Henkerbeilchen verliehen, das symbolisch für eine gesellschaftliche Ächtung steht. Schwarzenegger wird Seine Befürwortung der Todesstrafe zum Verhängnis. Es ist nicht davon auszugehen, dass der Geächtete am Samstag in der Freisinger Aktienschenke anwesend sein wird, doch freuen sich Ganter wie auch Aktienschenken-Chef Günter Wittmann auf zahlreiche Gäste, die in den zweifelhaften Genuss kommen, geschmacklose Geschichten rund ums Hälse lang ziehen und Henkersansichten zu hören. Passend dazu werden originale Henkersmahlzeiten traurig-berühmter Massenmörder kredenzt. Und weil's auch Alfred, dem Stadt-Streicher, vor gar nix graust, wird der den Abend eröffnen. Alfred ist eine schaurige Kreatur, die Ganters Ehefrau Henriette persönlich aus Stoff und vielen Fäden kreiert hat Alfred ist eine Marionette und stellt den Mittelpunkt des Spiels dar, das Hetti Ganter aufführt, Na dann: Guten Appetit!

FORUM Nachbesprechung: 17. November 2004

Eine wahrlich außergewöhnliche Kombination. Ein Abend der Hobbyköche untermalt von Todesurteilen. Die Hobbyköche sorgten für den kulinarischen Hochgenuss. Wieder mal hatten die Freisinger Hobbyköche am vergangenen Samstag eingeladen zu einem echten Gusto-4 Abend. Mit internationaler Küche, versteht sich. Halt! Russland mal ausgenommen, wie sich Ehrengast Bernhard Ganter beeilt anzufügen. Russen nämlich kennen keine Henkersmahlzeit. Und deswegen mussten sie draußen bleiben aus der Freisinger Aktienschenke, wo das Spektakel stattfand. Der kulinarische Themenabend „Wild und Fisch" wurde nämlich begleitet vom Schriftsteller Ganter und seiner Gemahlin Henriette, die ein Marionettenspiel um „Alfred, den Stadtstreicher" aufführte. Die Verbindung der Genres Kochen und Schriftstellerei bezog sich an diesem Abend nicht ausschließlich auf den Chefkoch und Autor Friedhold Metz, diesmal präsentierte Ganter sein Werk „Vom Fressen und vom Sterben". Darin nimmt er satirisch zum Tode Verurteilte aufs Korn, verurteilt symbolisch höchstselbst, erzählt aber auch von Delinquenten sowie deren .Hinrichtung und ganz besonders, von deren Henkersmahlzeiten. „Solche Geschichten können uns den Appetit nicht verderben", freute sich Friedhold Metz noch, während Ganter anmerkte, „na ja, ein Risiko". Um es vorweg zu nehmen, die zahlreichen Gäste aus der Freisinger Prominenz überlebten und goutierten überdies die Menüfolge, die aus Riesengarnelen, Wildterrine, Fischsüppchen, Enten- und Gansragout, Wildragout und Rot-weinbirne auf Lebkuchen bestand. Bei der Einführung erklärte Metz bereits, die Köche hätten absichtlich Abstand genommen vom Kredenzen der naturgemäß recht geschmacklosen letzten Mahlzeiten. Immerhin: Sicher ist noch kein Verblichener zum Abschluss von der illustren Hobbykochriege um Metz letztmals bekocht worden... und so gut zumal!                               Bernd Wagner (Chefredakteur)

Münchner Rundschau  29.Dez.2004  Fotoreportage: Highlights zum Jahresrückblick 2004

Das war 2004 - u.a. mit: Makaber bis zuletzt: Die Schriftsteller Bernhard Ganter und Werner Schlierf protestieren mit einem ganz morbiden Sachbuch gegen die Todesstrafe – weltweit.

Obwohl bereits vorher als Romanautor erfolgreich, und obendrein nicht einmal ernsthaft ambitioniert gewesen, »erfrötzelte« sich Schriftsteller Bernhard Ganter heuer ein ganz neues Publikum. Mit seinem Satire-Werk »Vom Fressen und vom Sterben« erschloss sich Ganter nicht nur neue Leserschaft jenseits des Weißwurst-Äquators. TV-Sender RTL- widmete sich dem »geschmacklosen Buch« im Quotenreißer »Sieben Tage, sieben Köpfe«. Doch Jochen Busse sollte nicht der einzige Film- und Fernseh-Star bleiben, der in dem kleinen Büchlein, Bedienungsanleitungen für den Elektrischen Stuhl, Kochrezepte zu echten Henkersmahlzeiten oder kuriose Szenen frisch vom Schafott nachschlägt. Gouvernator Arnold Schwarzenegger höchstpersönlich wird nicht schlecht gestaunt haben, als er ein kleines »Henkersbeilchen« nebst Sachbuch in seiner Fanpost fand - Ganters Auszeichnung an besonders makabere Zeitgenossen die an der Todesstrafe festhalten, wurde dem steirischen Hollywood -Star heuer zuteil.                                                                                                                        Gerald Feind

 

 

 

 

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Vorwort

Lieber Leser. Sie halten ein geschmackloses Buch in Ihren Händen. Wenn Sie erfahren wollen, wie weltberühmte Mörder hingerichtet wurden, was ihre letzten Worte waren, was sie sich als Henkersmahlzeit gewünscht hatten, dann lesen Sie weiter. Aber bitte, auf eigene Verantwortung. Wenn Sie unliebsame Freunde vergraulen wollen, laden Sie sie zu einem Fest »der ganz anderen Art« ein. Auf den folgenden Seiten finden Sie Tipps und Rezepte zu einer unvergesslichen Galgenparty. Servieren Sie Ihren Gästen das letzte Menü des Massenmörders Haarmann, oder ein Wildbret à la Räuber Kneißl. Verpflichten Sie jeden Gast, eine Geschichte aus dem Buch vorzulesen. Da werden Hälse langgezogen, da rollen die Köpfe. Potzblitz, da kommt Stimmung auf. Aber auch dem literarisch Interessierten wird viel geboten: Gedichte, Szenen und Stories auf den Spuren der Gehenkten, der auf den elektrischen Stühlen Gebratenen und der Geköpften. Sie werden erfahren, warum einem Delinquenten förmlich der Kopf rauchte, warum in Hessen noch immer die Todesstrafe existent ist, warum in Amerika mehr Farbige zum Tode verurteilt werden als Weiße. Sie können teilhaben an den makabersten Pannen bei Hinrichtungen, wie ein Halsabschneider versagte, weil er Angst um seine eigenen Finger hatte. Oder wie ein Mönch Krebse zum Tode verurteilte und sich daran ergötzte. Sie finden in diesem Buch eine originale Bedienungsanleitung eines Elektrischen Stuhls, ebenso, was berühmte Scharfrichter über ihre Arbeit dachten und auf was es bei dem blutrünstigen Handwerk ankam. Und Sie werden über einen Tischler stolpern, der für eine echte Hinrichtung einen Sarg lieferte und sicher nicht ahnte, dass diese Begebenheit einmal in einem Buch erwähnt würde, das ausgerechnet sein Ur-Ur-Enkel verlegt. Ich höre Sie schon beruhigt aufatmen, lieber Leser. »Welch Glück, dass es bei uns keine Todesstrafe mehr gibt.« Irrtum! Wir alle werden eines Tages hingerichtet, so oder so. Es gibt keinen normalen Tod, lieber Leser.

Über jedem Menschen schwebt das Henkerbeilchen seines individuellen Henkers. Bei einem schlägt es früher, beim anderen später zu. Dies hatte schon Matthias Klostermayer, vulgo der Bayerische Hiasl gewusst. Am Tag seiner Hinrichtung sagte er: »Dem Menschen ist gesetzt, einmal zu sterben, und auch von denen, die mich verurteilt haben, wird in fünfzig Jahren gewiss auch keiner mehr am Leben sein.« Recht hat er, der Hiasl! Unsere Henker haben vielerlei Gestalt, vielerlei Namen, wie: Alkohol, Tabak, Unfall und Mord und Totschlag. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein zum Tode verurteilter Verbrecher Monate auf seine Hinrichtung warten muss, oder ein unbescholtener Bürger Jahre, gar Jahrzehnte dahin fristet, bis einer kommt, der mit seinem Auto wie ein Henker fährt und ihn an der nächsten Leitplanke zerquetscht. Laut der letzten Jahresstatistik über Verkehrstote sollen die Henker auf unseren Straßen Massenhinrichtungen vollzogen haben, gegen die die Scharfrichter der Französischen Revolution wahre Kleinkrämer waren. Und jedes Opfer hat vorher seine letzte Mahlzeit, das Henkersmahl eingenommen: ein Schnitzel vielleicht in der Autobahnraststätte? Pasta, beim Italiener, kurz vor seiner Urlaubsrückreise? Nur besitzen diese Art von Hinrichtungsmaschinen keine so klangvollen Namen wie: Guillotine, Garotte und Black-Widow (schwarze Witwe, wie der Elektrische Stuhl in Amerika genannt wird), obwohl sie manchem Auto gut stehen würden. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Golfgarotte mit GTI hinten dran? Perfekt und schnell, damit es auch mit den Opfern schnell geht und sie nicht unnötig leiden müssen.

Die humane Hinrichtung ist in unseren Breitengraden angesagt. Da will niemand hinten anstehen. So verspricht eine japanische Herstellerfirma: »Wir arbeiten daran«. Auch die Verbindung von Auto und Alkohol stellt ein sicheres Tötungsvehikel dar. Schon im Altertum kamen die Scharfrichter oft total betrunken zu den Richtstätten, da hat sich bis heute nichts daran geändert. Es gab einen, der soff, und einen, der nicht soff. Der, der soff, lebte länger als der, der nicht soff, weil der, der soff, den, der nicht soff, über den Haufen fuhr.

So bietet sich, wie schon beim Auto erwähnt, auch bei alkoholischen Getränken einer der wohltönenden Namen an. Zum Beispiel: »Der Tag geht, Black-Widow kommt.«

Aber es soll auch Leute geben, die kontinuierlich an ihrer eigenen Hinrichtung basteln. Raucher, die sich die Sargnägel en masse in die Lunge pumpen. Wie wär's auch hiermit mit einem der exotisch klingenden Bezeichnungen: »Ich gehe meilenweit für eine Guillotine«. Aber, ihr Menschlein, was nutzt es Euch, wenn Ihr auf Alkohol und Tabak verzichtet und Ihr Euch auch sonst recht gesund ernährt? Wenn die anderen, die darauf pfeifen, hinter Eurem Rücken bereits ihr Liedchen trällern. »Dreh Dich nicht um, Dein Henker geht um.« Irgendwann schreibt jeder von uns seinen letzten Brief und nimmt seine letzte Mahlzeit ein. Irgendwann ist alles, was wir tun, das letzte Mal. Zum Schluss, lieber Leser, sei mir noch eine Frage gestattet: Was haben Sie heute gegessen? Viel Spaß beim Gruseln und einen guten Appetit wünschen Ihnen Ihre Autoren

Bernhard Ganter und Werner Schlierf